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Grundlagen und Konzept

Der Offene Ganztag versteht sich als Brücke zwischen Eltern und Schule, hat den Anspruch, Bildungsqualität und Chancengleichheit zu sichern, und dient durch die Verlässlichkeit außerdem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Berufstätigkeit der Eltern ist ein Aspekt, warum ein Kind den Offenen Ganztag besucht, es gibt jedoch weit mehr Gründe, die genauso vielfältig sind wie die Lebensumstände in den einzelnen Familien. Mit diesem Angebot öffnen sich neue Wege des Lernens und es ist damit weit mehr als eine reine Betreuung.

Grundvoraussetzung unserer Arbeit ist die bedingungslose Annahme des Kindes und seiner individuellen Persönlichkeit. Der Offene Ganztag ermöglicht Kindern ein ganzheitliches Lernen und Erleben als Teil einer Gemeinschaft. Die Mitarbeiter geben Anleitung und schaffen den nötigen Rahmen und die erforderlichen Strukturen. Der Offene Ganztag schafft einen Raum, in dem soziales Miteinander erlebt wird und die Verhaltensmöglichkeiten für einen respektvollen und fairen Umgang mit anderen auf- und ausgebaut werden können. Die Kinder erleben jeden Tag – wenn auch vielleicht unbewusst – die Freude, nicht allein sein zu müssen. Sie haben in der Einrichtung gleichaltrige Lern-, Spiel- und Sportkameraden, aktive Zuhörer/innen und – nicht zu vergessen – Erwachsene, die sie auf ihrem „Weg des Lebens“ unterstützen. (siehe Team)

 

Das gemeinsame Mittagessen als fester Bestandteil des strukturierten Tagesablaufs vermittelt die Bedeutung einer gesunden Ernährung und die Werte von Tischkultur. Es bietet den Kindern über das Essen hinaus die Möglichkeit, über das bisher am Tag Erlebte mit anderen Kindern zu reden und zur Ruhe zu kommen. Das Essen wird größtenteils tiefgekühlt angeliefert und täglich in der Küche nach Bedarf aufbereitet und durch Frischkost ergänzt. Auf religiöse Speisevorschriften sowie auf Lebensmittelallergien wird Rücksicht genommen. Nachmittags stehen Frischobst und Knäckebrot als kleiner Imbiss bereit. Die Kosten für das Mittagessen betragen 2,35 € pro Mahlzeit, zzgl. 0,15 € für Getränke (Mineralwasser) und einen Obstsnack am Nachmittag = 2,50 € Verpflegungsgeld pro Tag. Bei Abmeldung vom Essen wird das Essensgeld vom dritten Tag an erstattet.

 

Die Hausaufgabenbetreuung ist für viele Eltern von zentraler Bedeutung. Qualifizierte Mitarbeiterinnen, die an drei Tagen in der Woche durch Lehrkräfte unterstützt werden, schaffen eine ruhige Atmosphäre und einen angemessenen Zeitrahmen, der möglichst effizient genutzt wird. Unter Bereitstellung von pädagogischem Material wird die Selbstverantwortlichkeit der Kinder gefördert. Über Besonderheiten bei der Hausaufgabenerledigung werden Sie als Eltern durch Rückmeldung im Hausaufgabenheft der Kinder oder in persönlichen Gesprächen informiert.

 

Die Freizeitangebote des Offenen Ganztags sind wichtiger Bestandteil des pädagogischen Konzepts. Die Kinder sollen nicht nur beschäftigt, sondern ihre Freizeit soll sinnvoll und fördernd gestaltet werden. Es besteht eine abwechslungsreiche Auswahl an AG-Angeboten aus den Bereichen Tanz, Sport, Kochen und Backen, Kreativität, Natur- und Umweltbewusstsein und Spiel. Daneben gibt es immer Gelegenheiten, eigene Ideen der Kinder aufzugreifen und gemeinsam umzusetzen.

 


KONZEPT

des Offenen Ganztags der
Kardinal-von-Galen-Grundschule Lette
unter der Trägerschaft der AWO Münsterland-Recklinghausen


                   Informationen zum pädagogischen Konzept
              für Eltern, Kinder, Lehrkräfte und OGS-Fachkräfte


►  Rahmenbedingungen

▪ Runderlass
Die Qualitätsentwicklung der Offenen Ganztagsschule findet innerhalb gesetzlicher und vertraglicher Rahmenbedingungen statt. Die gesetzlichen Vorgaben regelt der Erlass „Gebundene und offene Ganztagsschulen sowie außerunterrichtliche Ganztags- und Betreuungsangebote im Primarbereich und Sekundarstufe I“ des Landes NRW in der Fassung vom 23.12.2010. Den vertraglichen Rahmen bilden die Kooperationsverträge des AWO-Unterbezirk Münsterland-Recklinghausen mit der Kommune sowie die auf dieser Grundlage basierenden Betreuungsverträge mit den Eltern. Die Bereiche Aufsicht, Sicherheitsförderung und Unfallversicherungsschutz sind in der BASS geregelt und gelten in gleicher Weise für den außerunterrichtlichen Bereich der OGS.


▪ Leitbild der AWO
Die Eckdaten unserer pädagogischen Arbeit orientieren sich am Leitbild der Arbeiterwohlfahrt. Die Grundwerte der AWO sind Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit, Toleranz und Solidarität. Dies bedeutet für den pädagogischen Alltag, dass in Einrichtungen der AWO nicht nach nationaler oder konfessioneller Zugehörigkeit gefragt wird. Kulturelle Vielfalt ist willkommen.


►  Aufgaben und Ziele
Der Offene Ganztag ermöglicht mehr Zeit für Bildung, Erziehung sowie Spiel- und Freizeitgestaltung in einer verlässlichen Tagesstruktur. Wichtig ist uns die Berücksichtigung der Individualität und der Persönlichkeit des einzelnen Kindes. Um unsere pädagogischen Ziele erreichen und umsetzen zu können, bedarf es einer Atmosphäre, die geprägt ist von Wertschätzung, Toleranz und wirklichem Interesse am einzelnen Menschen. Hier ist das Team und jeder einzelne Mitarbeiter in seiner Vorbildfunktion, seinen pädagogischen Kompetenzen und seiner persönlichen Einstellung gefordert und gefragt. Wir legen großen Wert auf eine gute, kooperative und respektvolle Zusammenarbeit zwischen Schule und OGS sowie mit Eltern und Kindern. Das Schulprogramm, das pädagogische Konzept des Offenen Ganztags sowie die gewachsenen Strukturen der Schule dienen als Grundlage für die Entwicklung dieses Konzepts. Es werden gemeinsame Ziele definiert, aus denen sich das didaktische Konzept ableitet. Wir sehen es als unsere Verantwortung an, die uns zur Verfügung stehenden Mittel wirtschaftlich, effizient und zum größtmöglichen Nutzen der uns anvertrauten Kinder zu verwenden.


Unsere pädagogischen Prinzipien:

• Grundvoraussetzung unserer Arbeit ist die bedingungslose Annahme des Kindes und
  seiner individuellen Persönlichkeit.
• Das Kind wird dort abgeholt, wo es steht.
• Es wird an den Stärken des Kindes angesetzt.
• Es wird Hilfe zur Selbsthilfe gegeben.


                                                Kein Kind passt in eine Schublade
                                         
                                                          Jedes Kind ist einmalig in seiner Art
                   und verdient es, dass man es genau anschaut und nicht einfach einsortiert.




Pädagogischen Ziele:

• Schaffung von sinnvollen, freizeitorientierten Angeboten
Bei der Planung der AG-Angebote werden die Interessen, Kompetenzen und Bedürfnisse der Kinder einbezogen. Die Angebote berücksichtigen Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten u.a. in folgenden Bereichen:
-    Natur und Umwelt
-    Sprache
-    Bewegung, Spiel und Sport
-    Ernährung und Gesundheit
-    musisch-kulturelle Bildung
-    kreative Ausdrucksmöglichkeiten

• Stärkung sozialer Kompetenzen
Der Offene Ganztag bietet einen Raum in dem soziales Miteinander erlebt wird und sich das Kind als Teil einer Gemeinschaft einbringen kann.

Ziel ist es, dass die Kinder erkennen:
-    dass sie so, wie sie sind, anerkannt und respektiert werden
-    dass sie Unterstützung bekommen um Fertigkeiten und Verhaltensweisen positiver
sozialer Interaktionen zu entwickeln
-    dass sie Fähigkeiten besitzen, die von anderen geschätzt werden
-    dass gemeinsames Handeln und Erleben verbindet.
-    dass sie mit ihren Stärken und Schwächen akzeptiert werden

• Vermittlung von Esskultur
Das tägliche gemeinsame Mittagessen dient nicht nur der reinen Nahrungsaufnahme. Vielmehr vermittelt die Essenssituation die Bedeutung einer gesunden Ernährung und die Werte von Tischkultur. Es bietet den Kindern über das Essen hinaus die Möglichkeit zum kommunikativen Austausch untereinander sowie auch mit den Mitarbeitern, die einzelne Tischgruppen begleiten. Auf religiöse Speisevorschriften sowie auf Lebensmittelunverträglichkeiten wird selbstverständlich Rücksicht genommen.
Für das soziale Lernen hat die Essensituation einen hohen Stellenwert, denn das gerechte Teilen, das Weiterreichen der Schüsseln, das gemeinsame Abräumen sowie eine angemessene Lautstärke und das Einhalten der Tischregeln erfordern Rücksichtnahme und Empathiefähigkeit.


• Unterstützung bei der Erledigung der Hausaufgaben
Die Hausaufgaben sind sicherlich der Bereich mit der höchsten Erwartungshaltung. Hier müssen Eltern, Lehrkräfte und das Team des Offenen Ganztags besonders eng zusammenarbeiten. Aus diesem Grund wurde hier ein separates, ausführliches Konzept erstellt, auf das wir an dieser Stelle verweisen.

• Unterstützung der Kinder im Alltag
Es ist uns ein besonderes Anliegen, die Kinder im Alltag zu begleiten und, wenn nötig, auch zu unterstützen und ihre Selbstständigkeit zu fördern. Kinder brauchen unterschiedliche Lernzugänge um folgende, alltägliche Dinge sicher zu beherrschen:

-    Entwicklung von Zeitverständnis (Uhrzeit, Wochentage, Monate)
-    Einschätzung von Längen und Gewichten (Millimeter, Zentimeter, Kilometer, Gramm, Kilogramm)
-    Gleichgewicht- und Bewegungskoordination (Ball fangen und werfen, Gummitwist hüpfen, Seilchen springen, sicher Roller/Fahrrad fahren)
-    Alltägliche Dinge (Körperteile benennen, Obst- und Gemüsesorten erkennen, mit Messer- und Gabel essen, Schleife binden, Ordnung halten)
-    Soziale Kompetenzen (zuhören und abwarten, Kompromisse finden, Regelverständnis entwickeln, verlieren können, Umgangsformen wie Bitte/Danke/Grüßen, Empathie entwickeln, Hilfe anbieten und annehmen)
-    Sprachliche Fähigkeiten fördern (Spiele erklären lassen, Erzählkreise, Theater spielen)

• Schaffung von Freiräumen zur Entwicklung eigener Kreativität
Die Kinder haben die Möglichkeit, vielfältige soziale Kontakte aufzubauen, Freunde zu finden, mit denen man Gemeinsamkeiten entwickeln und erstreiten kann. Damit die Förderung und Stärkung der gesamten Persönlichkeit gelingt, benötigen die Kinder neben den fachlichen Angeboten Freiräume für nicht angeleitete Beschäftigungen und für spielerisches Lernen, damit sie ihre eigene Kreativität entwickeln können und soziale Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit anderen Kindern erleben können. Entsprechende Materialien und Räumlichkeiten, welche die Kinder zum selbständigem Spiel anregen, sind vorhanden  (Malbereich, Leseecke, Lego, Verkleidungskiste, Bastelmaterial etc). Eigenaktivität und Eigeninitiative sind hier gefragt und gefordert und die Freispielphase hat immer auch einen festen Platz in der Tagesstruktur.


►  Tagesstruktur
Feste Tagesstrukturen, Rhythmisierung, wiederkehrende Rituale und ein einheitliches, abgestimmtes pädagogisches Auftreten der Mitarbeiter geben dem Kind Sicherheit und Orientierung.
•  Unterricht                                                                                                                                   bis 11.55 Uhr   
•  gemeinsamer Mittagstisch in drei Gruppen, je nach Unterrichtsende                         1. Gruppe:    12.00 Uhr
                                                                                                                              2. Gruppe:    13.00 Uhr
                                                                                                                               3. Gruppe:    13.30 Uhr
•   Zahnpflege und kurze Bewegungspause für die Kinder der 1.und 2. Klassen
•   Qualifizierte Hausaufgabenbegleitung                                                                1. Gruppe: 13.00 Uhr
                                                                                                                          2. Gruppe: 13.30 Uhr
                                                                                                                          3. Gruppe: 14.00 Uhr
•  sinnvolle Freizeitbeschäftigung
-    Gespräche
-    Spielerisches Lernen/Freispiel                                                                               14.00 – 16.00 Uhr
-    Kreative Beschäftigung mit und ohne Anleitung 
-    Einüben eines kooperativen Umgangs
-    Bewegungsförderung (Schulhof)

•  AG-Angebote                                                                                                     14.30 / 15.0 0 – 16.00 Uhr
  größtmögliche Partizipation der Kinder bei der Auswahl von AGs und Projekten

 


► Regeln und Konsequenzen
Die Kinder benötigen ein einheitliches, abgestimmtes, pädagogisches Auftreten der Mitarbeiter, das ihnen Sicherheit und Orientierung vermittelt und den Verhaltensrahmen vorgibt, in dem sie sich bewegen können. Die Vorgabe klarer Regeln, das Vereinbaren von Absprachen, das gemeinsame Festlegen von Konsequenzen, das Einhalten verlässlicher Strukturen, das Wiederholen bestimmter Rituale, die eindeutige Verteilung von Aufgaben verbunden mit Zuneigung, Verständnis, Akzeptanz und Wertschätzung geben dem Kind das Gefühl von vertrauenswürdigen Erwachsenen, die nicht willkürlich handeln.
Viel Wert legen wir auf Präventionsarbeit, in dem wir z.B. größere und kleinere Projekte zur Gewaltprävention, Kampfesspiele, Ringen und Raufen oder Kooperationsspiele in die Arbeit einfließen lassen. Hier haben die Kinder ein Übungsfeld, in dem sie Verhaltensweisen im geschützten Rahmen ausprobieren können, denn Kinder haben noch nicht die soziale Routine die ihnen hilft, Diskrepanzen zwischen ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen und dem tatsächlichen Verhalten anderer auszugleichen. Hier benötigen sie Unterstützung und Anregungen, nicht jedoch gutgemeinte vorgegebene Problemlösungen von Erwachsenen.

Geltende Regeln:

• Es gilt die allgemeine Schulordnung

• Unsere goldene Regel für ein faires Miteinander: WAS DU NICHT WILLST DAS MAN DIR TUT, DAS FÜG AUCH KEINEM ANDEREN ZU 
            
•  Ich höre zu wenn der andere spricht und lasse ihn ausreden.    

•  Ich schlage, beiße, trete, haue, kratze ... nicht.   
• Ich mache nicht absichtlich Dinge kaputt und nehme ungefragt Dinge, die anderen gehören.
• Ich beleidige und provoziere nicht und benutzt keine Schimpfworte. 
• Wenn ich alleine nicht weiterkomme, hole ich mir Hilfe von einem Erwachsenen,
                                                                                                                          denn       
• Besonders wichtig: bei Stopp ist Schluss!!            


 •  Selbstverständlich gibt es auch beim Mittagessen feste Regeln:
                                             

Die Regeln hängen für alle ersichtlich im Gruppenraum aus. Besonders wichtig ist uns, dass die Gestaltung kindgerecht erfolgt, so dass die Kinder sich mit den Regeln gut identifizieren können.


Förderung angemessener Verhaltensweisen durch geeignete pädagogische Maßnahmen:

• Loben und Ermutigen
Kinder besitzen oft noch kein realistisches Selbstbild und können ihr Verhalten und ihre Fähigkeiten noch nicht ausreichend selbst einschätzen. Besonders Kinder mit auffälligem Verhalten, die oft ein negatives Selbstbild besitzen, benötigen Lob und Ermutigung zur Förderung des Selbstbewusstseins und zum Aufbau angemessener Verhaltensweisen.

• Logische Folgen
Logische Folgen stehen im inhaltlichen Zusammenhang mit der Regelüberschreitung und sind für das Kind eher nachvollziehbar als Handlungen die keinen Bezug zur Regelüberschreitung haben. Sie folgen unmittelbar auf das Geschehen. So essen Kinder, die sich bei den Mahlzeiten trotz Aufforderung nicht an die Regeln halten, getrennt von den anderen alleine weiter. Kinder, die andere provozieren oder in ihrem Spiel stören, werden in andere Räumlichkeiten verwiesen.

• Anbieten von Verhaltensalternativen
Einige Kinder verfügen noch nicht über ein Handlungsrepertoire angemessener Verhaltensweisen. Sie haben zwar erlernt, welches Verhalten nicht angemessen ist, können aber angemessenes Verhalten nicht konkret mit Inhalt füllen. Hier sind hilfreiche und erklärende Gespräche notwendig, bei denen dem Kind Alternativen aufgezeigt und vorgestellt werden.

• Wiedergutmachungen
Wird ein Kind oder sein Eigentum durch das Verhalten eines anderen Kindes geschädigt, ist eine Wiedergutmachung zu veranlassen. Voraussetzung ist hierbei, dass die Schädigung nicht willentlich beabsichtigt war. Dabei geht es nicht um eine reine Entschuldigung, die vom Kind schnell gesagt, abgehandelt und nicht ernst gemeint ist, sondern um die wirkliche Auseinandersetzung mit der anderen Person und das Einfühlen in sie. Dazu braucht es oft der Moderation und der Unterstützung durch die Betreuungspersonen.

• Auszeiten
Bei unangemessenen Verhaltensweisen, die trotz Aufforderung fortgeführt werden, oder heftigem Streit hat sich eine Auszeit als geeignete Maßnahme erwiesen. Das Kind setzt sich an den Gruppentisch und bleibt mit einem Zeitmesser für max. 10 Minuten sitzen. In dieser Zeit hat es die Möglichkeit über Verhaltensalternativen oder Lösungsmöglichkeiten nachzudenken, die dann in einem klärenden Gespräch aufgegriffen werden.
Bei aggressiven, eskalierenden Verhaltensweisen wird die räumliche Trennung als Grenzsetzung eingesetzt. Sie ist für das Kind unmittelbar erfahrbar, da es aus der Situation herausgenommen wird und so die Möglichkeit bekommt, seine Gefühle nach seinen Bedürfnissen auszuleben. Diese Auszeit kann erst dann verlassen werden, wenn das Kind zur Ruhe gekommen ist.

• Rückmeldungen
Die Rückmeldung vermittelt dem Kind, wie ein Außenstehender sein Verhalten erlebt und was er dabei empfindet, dabei geht es sowohl um die positiven, wie auch die negativen Anteile des Verhaltens. Dabei bezieht sie sich nicht auf die Persönlichkeit des Kindes, sondern nur auf sein Verhalten. Damit erhält das Kind die Möglichkeit, sein Verhalten selbstgesteuert zu korrigieren und lernt Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.
Die Rückmeldung kann je nach Bedarf und auch für einzelne Kinder eingesetzt werden:


•  Bei besonders schwierigem Sozialverhalten werden Gespräche mit den Eltern und den Lehrern geführt, um gemeinsam das weitere pädagogische Vorgehen zu planen.

► Räumlichkeiten
Die Räume sind so gestaltet, dass ein Ort des Lernens und der sozialen Interaktion entsteht. Bücher, Spiele und Bastelmaterialien regen zum Lernen und zur selbständigen Auseinandersetzung an. Abgezweigte Ecken im Raum, wie Bauecke, Kuschelecke, Malecke laden zu vielfältigen Aktivitäten ein. Alle Räume liegen nah beieinander, so dass eine soziale Einheit empfunden wird und kurze Wege die Aufsichtspflicht und den Austausch erleichtern.
Weitere Räume der Schule werden mitgenutzt: Aula, Sporthalle, Werkraum, Klassenräume (insbesondere für die Hausaufgaben) und die Lesevilla. Im Außengelände werden die Schulhöfe, der Bolzplatz sowie das Beachvolleyballfeld mitgenutzt.

► Öffnungszeiten
Die OGS-Betreuungszeiten sind per Erlass geregelt. Die Zeit im Offenen Ganztag beginnt nach Unterrichtsende (in der Regel ab 11.55 Uhr) und endet um 16.00 Uhr, frühestens aber um 15.00 Uhr. Es wird erwartet, dass die Kinder in der Regel an 5 Tagen in der Woche an den OGS-Angeboten teilnehmen. Generell betreut wird auch an beweglichen Ferientagen, bei Lehrer Ausflügen sowie bei Ganztagsfortbildungen der Lehrer. An diesen Tagen erfolgt die Betreuung von 8 – 16 Uhr.

Die Ferienbetreuung findet schulübergreifend und in Kooperation mit der Ludgerischule und der Laurentiusschule in Coesfeld von 8 bis 16 Uhr statt. Mit Ausnahme von drei Wochen in den Sommerferien und die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr ist eine kontinuierliche Betreuung der Kinder gewährleistet. Die Tagesstruktur in den Ferien unterscheidet sich vom Tagesablauf während der Schulzeit. Durch die freie Zeit sind eine intensive Projektarbeit sowie Ausflüge zu unterschiedlichen Themenbereichen möglich.


► Kontinuität in der Anwesenheit
Die vielumstrittene Anwesenheitspflicht der Kinder im Offenen Ganztag müssen auch wir selbstverständlich Rechnung tragen. Bei allem Verständnis für die familiären Situationen und Bedürfnissen, möchten wir zu Bedenken geben, dass es nicht nur die gesetzlichen Vorgaben sind die Kontinuität in der Anwesenheit sinnvoll machen. Für das Kind ist es um ein vielfaches einfacher sich in den Strukturen des Offenen Ganztags zu orientieren, sich als Teil der Gemeinschaft zu fühlen und von den anderen Kindern als verlässlicher Spielpartner angesehen zu werden. Außerdem haben die Kinder so die Möglichkeit an den vielfältigen, wechselnden AG-Angeboten und Projekten teilzunehmen.

► Personal
Zum Team zählen die Einrichtungsleitung, eine pädagogische Fachkraft sowie pädagogische Ergänzungskräfte und eine Hauswirtschaftskraft. Erweitert wird das Team durch Lehrkräfte, Honorarkräfte, Berufspraktikanten und Mitarbeiter im Freiwilligen Sozialen Jahr oder Bundesfreiwilligendienst.

Wichtig ist uns Kontinuität im Team sowie ein einheitliches und konsequentes Vorgehen der Mitarbeiter, da sie den Kindern durch das authentische Vorleben und das Vorgeben klarer Verhaltensmaßstäben eine gute Orientierung vermitteln. Verständnis, Akzeptanz und Wertschätzung setzen wir für eine gute Beziehungsbasis voraus.

► Interne Kommunikation
Die Teamstrukturen werden durch verbindliche gemeinsame Teamsitzungen, Beratungen sowie Fortbildungen festgelegt. Ein Austausch in kurzen Informationsgesprächen sowie über das Infobuch ist gewährleistet.
Um den Informationsfluss zwischen der AWO und Einrichtung sowie zwischen den Einrichtungen untereinander zu gewährleisten, sind regelmäßige Teamsitzungen der Einrichtungsleitungen mit der Koordinatorin eingeführt.


► Kooperation mit der Schule
Schule und Offener Ganztag sind nicht als zwei getrennte Teile zu verstehen, sondern als Einheit, in der Kinder, Eltern, Lehrkräfte und Betreuungskräfte vertrauensvoll zum Wohle der Kinder zusammenarbeiten. Dieses Vertrauen wird nur durch eine Transparenz der Arbeit nach innen und außen hin erreicht. Die gemeinsame Erarbeitung von Zielen und Werten der Schule ist unbedingt notwendig.

• Schulleitung
Es erfolgen regelmäßige Treffen zwischen Schulleitung und Einrichtungsleitung zum wechselseitigem Austausch und der Planung gemeinsamer Vorgehensweisen und Absprachen. Tür- und Angelgespräche sichern weiterhin den Informationsfluss.

• Lehrerkonferenzen
Die regelmäßige Teilnahme der Einrichtungsleitung an Lehrerkonferenzen ist gegeben und führt zu einem sehr guten, direkten Informationsfluss.

• Kollegium
Es ist ein reger Austausch zwischen Lehr- und Betreuungskräften gegeben. Anstehende Fragen und Probleme, die Klassen oder einzelne Kinder betreffen, können so auf kurzem Weg geklärt werden. Gemeinsame Gespräche über den Entwicklungsstand der Kinder fördern die Vernetzung. Die Einrichtungsleitung nimmt bei Bedarf an gemeinsamen Elterngesprächen teil, gleiches gilt für begleitende Institutionen die Familien betreuen oder unterstützen.

• Schulfeste und Projekte
Durch gemeinsam geplante und durchgeführte Projektwochen oder Schulfeste oder die gemeinsame Teilnahme an öffentlichen Festen (Johannikirmes) oder Wettbewerben und Ausschreibungen (z.B. „Spielen macht Schule“, „Werkstatt Experimentieren“) wird die Vernetzung des Vor- und Nachmittags gefördert. So nimmt der Offene Ganztag nicht nur am Schulleben teil, sondern ist integrativer Bestandteil des Schullebens.


► Elternarbeit
Die Zusammenarbeit mit den Eltern im Offenen Ganztag ist für den Erziehungsprozess der Kinder von großer Bedeutung und uns daher ein wichtiges Anliegen. Unsere Mitarbeiter unterstützen die Eltern gerne. Sie bieten sich als offene und kompetente Gesprächspartner an. Für uns ist es selbstverständlich, offen und ohne Vorurteile auf die Eltern einzugehen.
Für Erziehungsberechtigte bestehen vielfältige Möglichkeiten sich in die Aktivitäten einzubringen, so sind interessante Hobbys, interessante Berufe oder kulturelle Vielfältigkeiten, die von den Eltern in Projekten und AGs den Kindern vorgestellt werden können eine willkommene Ergänzung. Ebenso ist die Unterstützung bei Festen und Aktivitäten erforderlich und gewünscht.
Bei der Zusammenarbeit mit den Eltern ist es uns wichtig, auf die unterschiedlichen familiären Situationen, Erwartungen und Bedürfnisse der Eltern einzugehen. Eine tragfähige Basis zwischen Eltern und Mitarbeitern zu entwickeln, die geprägt ist von gegenseitiger Wertschätzung, Akzeptanz und Vertrauen zum Wohle der Kinder hat für uns oberste Priorität. Gern beraten wir die Eltern auch darin, Unterstützung z.B. in Form des Bildungs- und Teilhabepaketes zu beantragen.
Wir haben nicht nur für positive Anmerkungen jederzeit ein offenes Ohr, auch größere und kleine Probleme oder Sorgen und offene Kritik nehmen wir gerne auf, denn nur so kann man mit allen Beteiligten einen gemeinsamen Weg finden und sich weiterentwickeln.

Angebotsformen zum Austausch
        •  Tür-und Angelgespräche
Aufgrund des enormen Zeitdrucks vieler Eltern erweisen sich die „Tür- und Angelge-
spräche“ unerlässlich und erforderlich. Aktuelle Informationen können schnell ausge-
tauscht, kleinere Probleme zeitnah gelöst und offene Fragen beantwortet werden.

        •   Telefonkontakte
            Telefonkontakte sind nicht wegzudenkendes Kommunikationsmittel. Zu diesem
            Zweck steht auch eine Handynummer für dringende Angelegenheiten zur Verfügung.

        •  Gesprächstermine
            Auch für Eltern kann der Besuch des Offenen Ganztags des Kindes verschieden-
            artige, ambivalente Gefühle auslösen, die auf der einen Seite Erleichterung und
            Entlastung bedeuten, auf der anderen Seite zu Verunsicherungen führen können.
            Daher stehen wir gern auch für ausführliche Gespräche nach vorheriger Termin-
            abstimmung zur Verfügung. Wichtig sind persönliche Gesprächstermine auch bei 
            auffälligen Verhaltensweisen, um zeitnah eine gemeinsame Handlungsstrategie zum
            Wohl des Kindes zu vereinbaren.

        •   Elternsprechtage
            An den schulischen Elternsprechtagen besteht immer auch die Möglichkeit, einen
            Termin im Offenen Ganztag zu vereinbaren oder – falls gewünscht – kann ein
             gemeinsamer Termin mit der betreffenden Lehrkraft erfolgen.

        •   Kontakte über das Hausaufgabenheft
        •   Infowand
        •   Elternabende
        •   Erleben von Festen

► Kooperation mit außerschulischen Partnern
Die Kooperation der Offenen Ganztagsschule mit Jugendhilfe und außerschulischen Bildungspartnern ist ein wichtiger Bestandteil des Bildungsauftrages. Unabdingbar ist dabei die Zusammenarbeit von Offener Ganztagsschule und Jugendhilfe, da nur so zeitnah Problemlösungen gefunden werden können. Eine Einbindung erfolgt ausschließlich in enger Kooperation und Absprache mit Eltern und Schulleitung bzw. den Lehrkräften.

Außerschulische Kooperationspartner:
    •  örtliche Träger der Jugendhilfe
-    Familienunterstützender Dienst
-    Beratungsstellen
-    Jugendamt
   •  gemeinnützige und soziale Einrichtungen
-    Kindergärten
-    Seniorenwohnanlage
   • kommunale und kulturelle Einrichtungen
-    Bücherei
-    Heimatverein
-    Sportvereine

Es zeigt sich, dass die pädagogische Arbeit ständigen Veränderungen unterliegt. Sowohl organisatorische Gegebenheiten als auch wechselnde Vorgaben aus Politik und Verwaltung nehmen Einfluss darauf. Durch den kontinuierlichen Austausch sind alle Beteiligten in ihrer Zusammenarbeit bestrebt, die Situation zum Wohle der Kinder zu verbessern. Daher wird das Konzept auch zukünftig regelmäßig evaluiert und bei Bedarf überarbeitet.

Das Team des Offenen Ganztags
der Kardinal-von-Galen-Grundschule

 




HAUSAUFGABENKONZEPT

des Offenen Ganztags der
Kardinal-von-Galen-Schule Lette
unter der Trägerschaft der AWO Münsterland-Recklinghausen


Leitfaden für Lehrer, Eltern, Kinder und OGS-Fachkräfte


► Vorbemerkung
Wichtige Schnittstelle zwischen Schule und Offener Ganztag stellen die Hausaufgaben dar. Es bestehen unterschiedliche Ansprüche und Bedürfnisse der Beteiligten (Lehrer, Eltern, Kinder, OGS-Mitarbeiter). Deshalb ist es uns wichtig, verschiedene Verantwortungsbereiche klar zu definieren und einen gemeinsamen, für alle transparenten und eindeutigen Konsens zu finden.

► Leitziele
Ziel unserer Hausaufgabenbegleitung ist es, dass die Kinder an ihren Aufgaben konzentriert, selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten. Die grundsätzliche Arbeit des Offenen Ganztags besteht darin, die erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Wir unterstützen die Eigenleistungen der Kinder und schaffen eine ruhige Arbeitsatmosphäre.
Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht das Wohl des Kindes. Es ist in seiner Gesamtheit wahrzunehmen, seine Bedürfnisse und Fähigkeiten zu erkennen und darauf einzugehen,  ist uns sehr wichtig. Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass Kinder lernen wollen und auch gerne lernen. Dabei respektieren wir auch, dass Kinder verschiedene Lerntypen sind und individuell lernen.

                                                                                

► Allgemeine Bedingungen
Im Rahmen des Offenen Ganztags ist es allen Beteiligten wichtig, dass die Kinder sorgfältig ihre Hausaufgaben erledigen und dabei die notwendige Unterstützung und Hilfe erhalten. Dabei ist zu beachten, dass es sich hierbei um keine Nachhilfe handelt. Eine Vollständigkeit der Hausaufgaben wird angestrebt, kann aber nicht immer gewährleistet werden, so dass sie zu Hause beendet werden müssen. Die Kinder aus dem ersten und zweiten Schuljahr schaffen in der Regel ohne Probleme die Hausaufgaben in der vorgesehenen Zeit. Kinder haben das Recht, Fehler zu machen. Die Hausaufgaben spiegeln die eigene Leistung der Kinder wieder, deshalb können sie auch nicht immer vollkommen fehlerfrei sein, es erfolgen jedoch stichprobenartige Kontrollen durch die OGS-Fachkräfte.

▪ Zeitrahmen
Der zeitliche Umfang von Hausaufgaben ist festgelegt:

1./2. Klasse    30 Minuten
3./4. Klasse    60 Minuten

Hierbei handelt es sich um den Zeitrahmen in dem die Kinder konzentriert arbeiten. Pausen und Trödeln führen dazu, dass sich diese Zeiten verlängern können. Die betreuenden Fachkräfte achten auf ein angemessenes Zeitfenster um Überforderung zu vermeiden.
Besonders für die 1. und 2. Klassen folgt nach dem Mittagessen vor Beginn der Hausaufgabenzeit eine kleine Bewegungspause. Bevor die Kinder in die Hausaufgabenbetreuung gehen werden sie zu einem Toilettengang angehalten, um unnötige Unruhe und Störungen zu vermeiden.


▪ Räumlichkeiten
Die Hausaufgabenbetreuung findet in mehreren separaten, vom übrigen OGS-Betrieb entfernten, Klassenräumen statt. Dies gewährleistet möglichst kleine Lerngruppen und eine ruhige Arbeitsatmosphäre. Durch die Nutzung festgelegter Räume ist Kontinuität geschaffen, was besonders für die 1.Klässler Orientierung und Sicherheit schafft.  Die Kinder sitzen nach Möglichkeit getrennt an den Tischen.


 ▪ Personelle Ausstattung
Die Hausaufgabenbetreuung besteht aus pädagogischen Fachkräften des Offenen Ganztags sowie aus Lehrkräften des Lehrerkollegiums. Ergänzt und unterstützt wird das Team durch Praktikanten. Wichtig ist uns, dass ein ständiger Personalwechsel bei der Begleitung der Hausaufgaben vermieden wird, um Kontinuität, Sicherheit und Verlässlichkeit für alle Beteiligten zu schaffen. Dadurch entsteht eine vertrauensvolle Basis, die eine möglichst individuelle Begleitung des einzelnen Kindes gewährleistet und Leistungsveränderungen, ob positive oder negative, im Bereich der Hausaufgaben schnell deutlich werden lässt.

▪ Arbeitsgruppen
Kinder aus dem 1. und 2. Schuljahr sowie Kinder aus dem 3. und 4. Schuljahr arbeiten jeweils in einem Raum zusammen. Nach Möglichkeit wird eine weitere, kleine Lerngruppe gebildet.
Für Kinder, die vor der vorgesehenen Zeiten fertig werden, gibt es eine Materialmappe mit Lese-, Ausmal- oder Knobelaufgaben zur individuellen Förderung, d.h. die Kinder bleiben die volle Hausaufgabenzeit im Raum und nutzen die Zeit. Dies vermeidet außerdem Unruhe in der Hausaufgabengruppe durch ständiges Kommen und Gehen.


► Verantwortlichkeiten
Die Schüler bearbeiten ihre Hausaufgaben eigenverantwortlich und pflichtbewusst.
Soweit die Theorie, doch viele Grundschulkinder brauchen Unterstützung und Begleitung, die sie durch die Fachkräfte des Offenen Ganztags und die begleitenden Lehrkräfte erhalten. Die Kontrolle der Hausaufgaben muss in letzter Verantwortung bei den Eltern bleiben, da es besonders wichtig ist, dass sie selbst einen Einblick in die Lernfähigkeit und Entwicklung ihrer Kinder behalten. Unter anderem aus diesem Grund findet freitags keine Hausaufgabenbegleitung in der OGS statt.

Aufgabenverteilung Kinder
-    Das Hausaufgabenheft gewissenhaft und regelmäßig führen.
-    bei Erklärungen der Hausaufgaben aufpassen und ggf. nachfragen
-    Konzentriert und ruhig arbeiten und sich Mühe geben
-    Regeln einhalten
-    alle erforderlichen Materialien mitbringen

Aufgabenverteilung Lehrkräfte
-    Hausaufgaben nach den Leitlinien des Schulprogramms erstellen
-    Hausaufgaben erklären
-    Auf Formulierungen wie „Das macht ihr zu Hause oder im Offenen Ganztag“ achten.
-    genügend Zeit einräumen um die Hausaufgaben aufzuschreiben
-    Rückmeldungen an die OGS-Fachkräfte geben bei fehlenden oder nicht
vollständigen Hausaufgaben.
  
Aufgabenverteilung Eltern
-    das Kind dazu anhalten, die Hausaufgabenzeit angemessen zu nutzen und
sich an die Regeln zu halten
-    gemeinsam mit dem Kind den Tornister aufräumen
-    regelmäßige Kontrollen ob Materialien wie Bleistift, Radiergummi, Schere, Kleber etc.
vorhanden und einsatzbereit sind. Volle Hefte sollten rechtzeitig ersetzt werden.
-    regelmäßig lesen, 1x1-Reihen lernen, Gedichte lernen, Vorbereitung für
Klassenarbeiten
-    Das Hausaufgabenheft kontrollieren, ggf. nicht fertiggestellte Hausaufgaben beenden lassen.

Aufgabenverteilung OGS-Fachkräfte
-    ruhige Arbeitsatmosphäre schaffen
-    auf Einhaltung der bestehenden Regeln achten
-    Aufgaben auf Vollständigkeit überprüfen (sofern das Hausaufgabenheft geführt wurde)
-    Stichprobenartige Kontrollen auf Richtigkeit durchführen
-    kurze Erklärungen und Hilfestellungen geben, ggf. Aufgabenstellung erklären, Denkanstöße geben
-    ergänzende und helfende Arbeitsmaterialien wie Rechentafeln, Nachschlagewerke, Lexika bereitstellen
-    Rückmeldungen über Arbeitsverhalten, Schwierigkeiten mit der Aufgabenstellung, Menge der Aufgaben, positive Entwicklungen u.ä. über das Hausaufgabenheft (bzw. unter die Aufgaben) und/oder in der geführten Hausaufgabenkontrollliste für Lehrkräfte und Eltern geben. 
    





►  Verbindliche Vereinbarungen

▪  Hausaufgabenheft
Die Schüler sollen ein Hausaufgabenheft führen. Es dient den Kindern als Gedächtnisstütze und soll die Arbeitsplanung erleichtern sowie den Eltern und OGS-Fachkräften einen Überblick über die Hausaufgaben geben. Gleichzeitig dient es dem Austausch zwischen Schule, Offener Ganztag und Eltern. Wichtige Informationen, positive wie z.B. schnell erledigte Hausaufgaben genau wie negative, z.B. nicht erledigte Hausaufgaben und Auffälligkeiten oder Rückmeldungen seitens der Beteiligten können so unkompliziert und regelmäßig ausgetauscht werden.
Für ein persönliches ausführliches Gespräch oder dem kurzen Austausch in einem Tür- und Angelgespräch stehen wir selbstverständlich immer zur Verfügung. Das Hausaufgabenheft ergänzt in sinnvoller Weise diese Gespräche.
Bei der Verwendung von Wochenplänen durch die Lehrkraft können und sollen die Kinder frei entscheiden wann sie welches Arbeitsblatt bearbeiten. Die Mitarbeiter leiten die Kinder jedoch an, die Aufgaben gleichmäßig auf die Wochentage zu verteilen. Eine Kontrolle ob ggf. noch Arbeitsblätter zu Hause bearbeitet werden müssen, liegt in der Verantwortung der Eltern. Rückmeldungen erfolgen direkt im Wochenplan, da ein Hausaufgabenheft in dieser Zeit nicht geführt wird.

  Regeln und Grundsätze

Feste Regeln während der Hausaufgabenzeit:
-    Flüsterton
-    gegenseitige Hilfe nach Absprache erlaubt
-    aufkommende Fragen oder Schwierigkeiten werden durch aufzeigen signalisiert

– Im Klassenraum vergessene Materialien dürfen nur in begründeten Ausnahmefällen nachträglich geholt werden, wobei gegeben sein muss, dass das Kind von einer Betreuungsperson begleitet werden kann. Vergessene Bücher können ausgeliehen werden, fehlende Hefte werden durch einen Zettel ersetzt, der am nächsten Tag ins Heft übertragen werden muss. Nicht vorhandene Arbeitsblätter müssen am nächsten Tag nachgearbeitet werden. Eine entsprechende Information wird ins Hausaufgabenheft notiert. Sollten die Kinder ihre Hausaufgaben nicht notiert haben und nicht die Möglichkeit haben, in kurzer Zeit zu erfahren, welche Hausaufgaben sie auf haben, müssen vergessene oder nicht erledigte Aufgaben ebenfalls nachgeholt werden.

– Liegt benötigtes Arbeitsmaterial häufiger nicht vor oder führt das Kind kein Hausaufgabenheft, erfolgt eine separate Mitteilung an die Eltern, die sie uns bitte, nach Kenntnisnahme, unterschrieben wieder vorlegen. Bitte sprechen Sie dann mit ihrem Kind über die Notwendigkeit dieser grundsätzlichen Regeln und halten Sie es dazu an diese einzuhalten.

–  Bei offenstehenden Fragen regen wir die Kinder an, eigene Problemlösungen zu finden und vorhandene Lern- und Arbeitsmaterialien zu nutzen.

–  Schafft ein Kind es nicht, die Hausaufgaben innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens zu erledigen, erfolgt eine Rückmeldung an die Lehrkräfte und an die Eltern über das Hausaufgabenheft bzw. unter die zu erledigenden Aufgaben. Gleiches gilt für nicht verstandene Hausaufgaben, die trotz erfolgter kurzer erneuter Erklärung nicht erledigt werden können.
Ob eine Nacharbeit erfolgen muss, liegt im Ermessen der betreffenden Lehrkraft, da die OGS-Fachkräfte nicht beurteilen können im welchem Rahmen die Aufgaben bereits im Unterricht erklärt wurden bzw. welche anderen Gründe vorliegen. Die OGS-Fachkräfte notieren jedoch das Arbeitsverhalten, Schwierigkeiten mit der Aufgabenstellung oder Menge der Aufgaben innerhalb der Hausaufgabenzeit.

- Es liegt im Ermessen und in der Verantwortung des Schülers wann Hausaufgaben, die nicht zum nächsten Schultag fertig gestellt sein müssen, erledigt werden. Eine Kontrolle, ob diese letztendlich fertig gestellt werden, kann durch die OGS-Fachkräfte nicht gewährleistet werden.


- Kinder die nach ihren Aussagen keine Hausaufgaben zu erledigen haben, gehen trotzdem in einem angemessenem Rahmen mit einem Buch ihrer Wahl in die Hausaufgabenbegleitung. Das regelmäßige tägliche Lesen hat einen hohen Stellenwert und die hausaufgabenfreie Zeit kann so in idealer Weise zur individuellen Leseförderung genutzt werden. Außerdem haben die Kinder die Möglichkeit, diese Phase als Ruhezeit zu nutzen, die gewohnte Tagesstruktur wird beibehalten und sorgt für Orientierung und Sicherheit. Noch fehlende Hausaufgaben können in dieser Zeit ebenfalls bearbeitet werden.



▪ Störungen
- Stört ein Kind übermäßig viel, so dass ein ruhiges und konzentriertes Arbeiten für die restliche Gruppe nicht mehr gewährleistet werden kann, wird diesem Kind die Chance gegeben an einem separaten Platz seine Hausaufgaben zu bearbeiten. Es ist darauf zu achten, dass die Gruppe nicht durch das Verhalten einzelner gestört wird. Nutzt das Kind auch diese Chance nicht, erfolgt eine telefonische Benachrichtigung an die Eltern mit der Information, dass an diesem Tag die Hausaufgaben zu Hause erledigt werden müssen.

- Führt das Kind kein Hausaufgabenheft erfolgt eine Information an die Eltern. Die OGS-Fachkräfte verlassen sich dann auf die mündlichen Aussagen des Kindes bezüglich Vollständigkeit.

- Arbeitet ein Schüler während der Hausaufgabenzeit absichtlich extrem langsam muss es, nach Absprache mit der OGS-Leitung oder den verantwortlichen Fachkräften in der Betreuung seine Hausaufgaben in den Räumlichkeiten der OGS ohne gesonderte Begleitperson nach Ablauf der Hausaufgabenzeit beenden. Ein AG-Angebot bzw. die Möglichkeit zum Freispiel kann an diesem Nachmittag von dem Kind nicht genutzt werden.


▪ Motivation
Um den Lernprozess positiv zu beeinflussen ist es uns wichtig, dass die Kinder mit einem guten Gefühl aus der Hausaufgabenbetreuung gehen. Aus diesem Grund unterstützen wir die Kinder mit einem Verstärkungssystem. Die Kinder aus dem 1. und 2. Jahrgang bekommen von den OGS-Fachkräften für ruhiges und konzentriertes Arbeiten einen Smili in ein gesondertes Heft eingetragen. Hierbei geht es selbstverständlich nur um das Arbeitsverhalten, eine Bewertung der Leistungen erfolgt nicht. 10 lachende Smilies kann das Kind gegen eine kleine Belohnung eintauschen.
Die Kinder aus dem 3. und 4. Schuljahr erhalten bei Bedarf einen Bewertungsbogen zu ihrem Arbeitsverhalten innerhalb der Hausaufgabenbetreuung. Die Kinder können sich zunächst selber einschätzen. Im Anschluss findet ein Gespräch mit den OGS-Fachkräften über erzielte positive Entwicklungen oder Verbesserungsmöglichkeiten statt.

                        
►  Entwicklung

Die Erstellung des Hausaufgabenkonzepts war nur der Anfang. Es bedarf vor allem ständiger Überprüfung, ob es in der Praxis umgesetzt wird und ob sich die Beteiligten weiterhin damit identifizieren.
In jedem Fall legen wir großen Wert auf eine gute, kooperative und respektvolle Zusammenarbeit zwischen Schule, OGS, Eltern und Kindern.

                  

Das Team des Offenen Ganztags
der Kardinal-von-Galen-Schule